Herbstversammlung


14.10.26 - Finanzierung der «Metalum»-Kampagne wird heiss diskutiert



An der Herbstversammlung von Metaltec Aargau im «Schützen» in Aarau ging es einerseits darum, die wichtigsten Informationen aus der Branche an die Mitglieder weiterzugeben und andererseits, die Abstimmungsparole für die nationale Fachverbandsversammlung zu fassen. 

Die «Metalum»-Kampagne war an der Herbstversammlung von Metaltec Aargau das «pièce de résistance». Es war das einzige Thema, das zu Diskussionen führte – mit vorwiegend kritischen Voten aus der Versammlung. Doch worum ging es überhaupt? Metaltec Suisse, der Dachverband des Stahl-, Metall- und Fassadenbaus in der Schweiz will eine grossangelegte Kampagne lancieren. Das Ziel dabei ist es, die metallischen Werkstoffe Stahl, Aluminium, Edelstahl und Buntmetalle zu stärken. «Wenn es um Bauprojekte geht, ist Holz bei den Behörden, den Architekten und weiteren Entscheidungsträgern omnipräsent. Wir sind da mit unseren Werkstoffen klar im Hintertreffen, obwohl auch unsere Werkstoffe viele Vorteile mitbringen. Mit der Metalum-Kampagne wollen wir dagegenhalten und für mehr Sichtbarkeit sorgen – ohne dass wir das Holz als Werkstoff schlechtreden», sagt Oliver Däschler, Präsident von Metaltec Suisse. 

Erhöhung der Mitgliederbeiträge nötig
Damit «Metalum» seine Wirkung entfalten könne, müsse die Finanzierung für die kommenden fünf Jahre gesichert werden, führt Oliver Däschler aus. Und dafür sollen – so der Antrag an der Fachverbandsversammlung im November – die Mitgliederbeiträge von Metaltec Suisse erhöht werden. Zusätzlich zur aktuellen Mitgliedschaftsgebühr sollen jährlichen eine Pauschale von 150 Franken pro Betrieb und zusätzlich 10 Franken pro Mitarbeitenden im Betrieb dazukommen. Auf diese Weise würden die knapp 1100 Mitglieder von Metaltec Suisse in den kommenden fünf Jahren jährlich 300'000 Franken generieren. Das wiederum würde mehr als der Hälfte des geplanten Jahresbudgets der Metalum-Kampagne entsprechen, das sich auf knapp eine halbe Million Franken beläuft. Die weiteren Mitgliederverbände von metal.suisse steuern circa 150'000 Franken bei.

Kritische Voten zur Finanzierung
Während sich die Mehrheit der Versammlung einig war, dass die Kampagne sinnvoll und notwendig ist, gab die Finanzierung Anlass zu Diskussionen. Kritisiert wurde unter anderem, dass nur die die Verbandsmitglieder zur Kasse gebeten werden, jedoch die gesamte Branche von der Kampagne profitieren würde. Auch dass die Metaltec Suisse Mitglieder deutlich mehr finanzielle Mittel beisteuern als die restlichen Mitgliederverbände von metal.suisse, wurde kritisch angemerkt. Zudem wurde auch die Frage aufgeworfen, weshalb die Recyclingbranche, die ja von der Kampagne profitieren würde, da unter anderem die Kreislauffähigkeit der metallischen Werkstoffe beworben wird, bislang nicht in die Finanzierung der Kampagne miteinbezogen wurde.

Oliver Däschler beteuerte, dass er diese kritischen Voten verstehe und dass man diese im Vorstand von Metaltec Suisse auch bereits diskutiert habe. Der vorliegende Vorschlag zur Erhöhung der Mitgliederbeiträge sei jedoch die beste Lösung für eine sichere Finanzierung. «Es geht darum ein Zeichen zu setzen, dass wir als Branche diese Kampagne wollen und für unseren Werkstoff einstehen. Wenn alle Player aus der Branche sich anschauen und darauf wartet, dass der andere anfängt, wird nichts geschehen. Wir werden aber ganz sicher versuchen, die weiteren Akteure aus der Branche für die Kampagne zu gewinnen», so Däschler. Die anwesenden Mitglieder von Metaltec Aargau stimmten dem Antrag letztlich mit 19 von total 27 Stimmen zu. «Die Kampagne ist aus meiner Sicht absolut notwendig, aber ich werde dranbleiben und mich dafür einsetzen, dass die kritischen Voten aus der Versammlung bezüglich der Finanzierung im weiteren Verlauf der Kampagne nicht vergessen gehen», versprach Roger Müller, Präsident von Metaltec Aargau, den Anwesenden.

Brancheinformationen weitergegeben
Der restliche Teil der Versammlung bestand vorwiegend aus Informationen aus der Branche, die weitergegeben wurden. Es ging um die Grundausbildung, die höhere Berufsbildung, eine neue Brandschutzplakette, eine neue Normenplattform, sowie verschiedene Weiterbildungsangebote. ÜK-Leiter Martin Strzodka und Roger Wälti, Fachlehrer Metallbau an der Berufsschule in Lenzburg, informierten die Anwesenden abschliessend noch über die Auswirkungen der neuen Bildungsverordnung auf die ÜK-Kurse und den Unterricht an der Berufsschule. Nach etwas mehr als zwei Stunden war der offizielle Teil der Versammlung beendet und die rund 40 anwesenden Personen gingen zum gemütlichen Teil des Abends über: dem Apéro Riche. 

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